Karriere in Männerdomänen: wie du es schaffst (Teil 3) - Dein (Arbeits-)Umfeld

FOTO: Monika Rörig

FOTO: Monika Rörig

Um als Frau in einer Männerdomäne Karriere zu machen, bedarf es einiger Bereiche, die ineinandergreifen. Dies ist der dritte Teil meiner dreiteiligen Blog-Reihe.

In den ersten beiden Teilen ging es zunächst darum, was du tun kannst und wie dein Netzwerk dich unterstützen kann. Beides sind wichtige Felder auf dem Weg nach oben.

Hier kommst du zum ersten Teil: Was DU tun kannst, um nach oben zu kommen

Hier kommst du zum zweiten Teil: Inwieweit dich ein gesundes Netzwerk unterstützen kann

Entscheidend ist jedoch auch, in welchem (Arbeits-)Umfeld du dich bewegst.


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KARRIERE IN MÄNNERDOMÄNEN - DEIN ARBEITSUMFELD IST MITENTSCHEIDEND 

Der Status Quo in Deutschland im Jahr 2019 ist mehr als ernüchternd:

  • Nur 8 % der Vorstände in den börsennotierten Unternehmen sind weiblich

  • Auf allen Managementebenen finden sich gerade mal 29 % Frauen

  • Selbst in der frauendominierten Gesundheitsbranche (Krankenhäuser, Stiftungen, Krankenkassen) haben die Männer das Sagen

  • Lediglich jeder dritte Aufsichtsratsposten ist mit Frauen belegt

  • Die Lohnlücke (zwischen den Gehältern von Männern und Frauen bei gleicher Arbeit) liegt immer noch bei 21 % (das ist der drittletzte Platz aller 28 EU-Mitgliedsstaaten!!)




IST-ZUSTAND IN DEUTSCHEN UNTERNEHMEN

Noch immer herrschen in vielen Unternehmen verkrustete Firmenstrukturen. In einer von der Albright Stiftung in Auftrag gegebenen Studie fand man heraus, dass es mehr Vorstände mit dem Namen Michael und Thomas gibt, als weibliche Vorstände. Das klingt wie ein schlechter Witz, ist jedoch Realität in Deutschland.

Viele Vorstandsvorsitzende sitzen wie im Elfenbeinturm und bekommen die Nöte und Ängste der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht mit. Probleme werden systematisch ferngehalten.

Die Angst vor Machtverlust beherrscht viele Führungskräfte. Immer noch wird mit Angst und Druck geführt.

Frauen, die es nach oben geschafft haben, haben nicht selten eine exponierte Stellung. Sie stehen unter besonderer Beobachtung.

Frauen, die nach der Elternzeit zurück in die Unternehmen kommen, müssen feststellen, dass der Karrierezug abgefahren ist. Dabei sollte Kindererziehung nicht nur Frauensache sein.



WAS MUSS SICH IN DEN UNTERNEHMEN ÄNDERN?

Wir brauchen …..

  • Weibliche Role Models und das Bewusstsein, dass es Frauen gibt, die es nach oben geschafft haben.

  • Männliche Role Models, die sich aktiv für mehr Frauen in Führungspositionen stark machen.

  • Es braucht eine Bewegung von top-down (Führungskräfte, die sich für Frauen stark machen) und von bottom-up (Frauen, die Verantwortung übernehmen und Karriere machen wollen)

  • Eine echte Werte-Kultur in den Unternehmen. Keine leeren Mission-Statement-Phrasen, sondern gelebte Werte und Wertschätzung.

  • Ein Umdenken. Es ist erwiesen, dass gemischte Teams erfolgreicher sind.

  • Eine Fehler-Kultur, in der es erlaubt ist, Fehler zu machen und aus Fehlern zu lernen.

  • Flexiblere Arbeitszeitmodelle.

  • Die Frauenquote.
    Bis vor ein paar Jahren fand ich die Frauenquote Quatsch. Heute sehe ich das anders. Wir brauchen die Frauenquote, damit die Frauen überhaupt erst mal die gleichen Chancen bekommen (bei gleicher Qualifikation versteht sich).


WAS MUSS SICH IN DER GESELLSCHAFT ÄNDERN?

Auch in der Gesellschaft brauchen wir ein Umdenken. Weg mit den Vorurteilen der Rabenmutter und des Hausmütterchen. Hin zu Toleranz. Es gibt nicht DEN Weg. Es gibt nur den eigenen Weg.

Wir brauchen männliche Role Models, die in Elternzeit gehen und sich um ihre Kinder kümmern. Kindererziehung ist Elternsache. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der Väter, die Elternzeit nehmen, nicht belächelt werden.

Welche Frauen in Führungspositionen sind nicht schon mal für die Sekretärin gehalten worden? Es ist immer noch so, dass den männlichen Kollegen bei technischen Fragestellungen erst mal mehr zugetraut wird.

Wer war nicht schon mal überrascht, wenn die Handwerkerin vor der Tür stand?

Es sind die unbewussten Rollenbilder und Vorurteile (unconscious bias), die wir alle haben. Hier sollten jede(r) von uns anfangen, sich selbst sensibel zu beobachten.

Immer mal wieder lese ich Kommentare von Männern, die tatsächlich Angst haben, dass die Frauen nun die Macht übernehmen und sie dann gar nichts mehr zu sagen hätten.

Ist es so? Nein. Es ist genug für alle da. Die Zeiten, in denen die Macht auf wenige Schultern verteilt war, sollten endgültig vorbei sein.  

Wir sollten täglich an der Gleichberechtigung arbeiten. Hier habe ich schon mal über Gleichberechtigung und was wir täglich dafür tun können, gebloggt.

 

MEIN FAZIT

Ehrgeiz und ein gutes Netzwerk (siehe die beiden ersten Teile meiner Blog-Reihe) alleine reichen nicht aus, um als Frau erfolgreich nach oben zu kommen. Wir brauchen auch ein Umdenken in der Gesellschaft und in den Unternehmen.

Dass es nicht unmöglich ist, als Frau in einer Männerdomäne nach oben zu kommen, haben schon mehrere Frauen bewiesen. Ich bin zuversichtlich, dass es immer mehr werden.  

WAS SIND DEINE ERFAHRUNGEN?

Wie siehst du das? Welche Punkte fehlen dir hier noch? Vielleicht hast du eine Führungsposition in einer Männerdomäne. Möchtest du von deinen Erfahrungen berichten?

Ich freue mich über deinen Kommentar unter dem Artikel. Ebenso über dein Like/ Teilen. Die entsprechenden Buttons "Like" und "Share" findest du ganz unten. Herzlichen Dank.

Bis bald.
Deine Monika aus der FOKUSWerkstatt

WER BLOGGT HIER?

Monika Rörig

Ich bin Monika Rörig. Ich unterstütze und ermutige Frauen in Männerdomänen, sich auf ihre einzigartige Art zu behaupten, ohne dabei kämpferisch zu sein, sondern selbstbewusst und mit Freude. Für Frauen, die Mehr wollen. Mehr vom Job - Mehr vom Leben. Hier kommst du zu meinen Angeboten für Frauen.

Außerdem arbeite ich mit Unternehmen in Männerdomänen zusammen und biete Workshops, Coachings und (Impuls-) Vorträge an. Zu meinen Angeboten für Unternehmen geht es hier entlang.



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