Love it. Change it. Leave it. Wirklich so einfach?

Ja klar. Wenn du mit einer Situation nicht zufrieden bist, dann Love it. Change it. Or Leave it. Ist doch alles easy, oder? Du bist unzufrieden, dann weißt du ja, was zu tun ist.

Leider ist es nicht so einfach. Oftmals ist es nur dieses latente Gefühl der Unzufriedenheit. Es lässt sich an nichts konkret festmachen. Aber nochmal zurück zum Anfang. Was steckt denn dahinter?

Love it – Lerne, die Situation wie sie ist zu lieben

Change it – Ändere etwas an der Situation

Leave it – Gehe raus aus der Situation

Im Prinzip ist das schon wie ein Handlungsleitfaden, doch in der Praxis sieht das Ganze etwas anders aus.

Love it. Change it. Leave it. - Ist es so einfach?

Nehmen wir als Beispiel Renate (Name geändert), eine Teilnehmerin eines Workshops, den ich kürzlich gehalten habe.
Renate ist unzufrieden mit ihrem Job, irgendwie passt gerade gar nichts. Sie lässt in einer Pause ihrem Frust freien Lauf. Im nächsten Moment entschuldigt sie sich bei mir, denn das sei ja schließlich Jammern auf hohem Niveau. Sie arbeitet im mittleren Management. Sie hat ein sehr gutes Einkommen, sie ist erfolgreich. Also, "eigentlich" hätte sie doch schon fast alles.

"Und was fehlt dir dann?", frage ich. "Es macht mir so überhaupt keine Freude mehr", kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen.

Gemäß obigen Motto könnte ich nun ganz flapsig zu Renate sagen: „Nun, Love it, Change it or Leave it. Es liegt einzig und alleine an dir.“ Ja, stimmt schon irgendwie. Doch ganz so easy ist es nicht. Also gehe ich mit ihr die Schritte durch:

 

Schritt 1

Love it – liebe es

Ich frage Renate: „Kannst du lernen, mit der Situation zu leben?“
Sie antwortet, dass es ihr keinen Spaß mehr macht. Schon morgens im Bett graut ihr davor, aufzustehen. Sie hat keine Lust in die Firma zu gehen. Sie ist in einem Gefühl von „weg von“. Ich sage zu ihr, dass ich aus eigener Erfahrung weiß, dass ein „weg von“ nicht fruchtet. Besser ist ein „hin zu“.
„Weg von“ heißt einfach nur weg aus dieser Firma, weg aus dieser Situation. Aber ohne Reflektion nimmt Renate beim „weg von“ die alten Probleme einfach mit.

Ich könnte natürlich weiterfragen, wie sie lernen könnte, mit ihrer Jobsituation zu leben. Doch ich merke schnell, dass das nicht fruchtet. Es ist schon zu viel im Unternehmen passiert. Sie will in dieser Firma nicht bleiben.

 

Schritt 2

Change ist – Ändere etwas

Ok. In Schritt 1 kam also raus, dass ein Bleiben in der Firma langfristig nicht möglich ist. Also ist die Frage, ob Renate etwas ändern kann. Hier ist die Frage, ist Renate Opfer der Umstände oder ist sie handlungsfähig? Was sind ihre Optionen, wenn sie bleibt?
Was müsste passieren, damit sie sich ein Bleiben in dem Unternehmen vorstellen könnte?
Inwieweit würde es etwas bringen, wenn Renate sich ändert? Was müsste sie an ihrem Verhalten ändern?

 

Schritt 3

Leave it – Verlasse die Situation

Renate hat für sich beschlossen, dass für sie nur Schritt 3 in Frage kommt.
Am liebsten möchte sie sofort alles hinschmeißen. Aber sie ist Realist genug zu wissen, dass das keine gute Idee ist. Sie weiß, sie braucht einen Plan.

Folgende Fragen unterstützen sie:

  • Ist es das Aufgabengebiet, dass dir keinen Spaß mehr macht? Oder gibt es andere Gründe?
     
  • Was sind die Risiken, wenn du die Firma verlässt (10 Jahre + Betriebszugehörigkeit)?
     
  • Welche Alternativen gibt es?
     
  • Wieviel Zeit gibst du dir?
     
  • Was willst du? Hast du eine genaue Vorstellung davon?
     
  • Welches Zeitlimit setzt du dir für die Umsetzung? Welche Fristen musst du einhalten?
     
  • Benötigst du Unterstützung?
     
  • Wer könnte dich unterstützen?
     
  • Wer sind die „Supporter“ in deiner Umgebung?
     
  • Wie gehst du mit Bedenkenträgern und Schwarzsehern um?
     
  • Was lässt du an Positivem zurück, wenn du gehst?
     
  • Wie kannst du dir die Zeit bis zum Verlassen der Firma erträglich gestalten?
     
  • Frage dich bevor du gehst, ist es ein „weg von“ oder „hin zu“ (siehe Schritt 1)

 

Love it. Change it. Leave it.

Es ist schon was Wahres dran. Runtergebrochen kommt‘s auf diese 3 Schritte an. Doch jeder für sich beinhaltet so viel mehr, als du zuerst vermuten würdest.

Veränderung braucht nun mal Zeit. Veränderung braucht Mut. Veränderung braucht aber auch den Willen Dranzubleiben. (Click-to-Tweet)

 

Ja, Veränderung braucht Zeit.

Ja, Veränderung braucht Mut. Nicht nur für den ersten Schritt. Sondern auch, wenn die ersten Bedenkenträger und Zauderer sich zu Wort melden.

Ja, Veränderung braucht den Willen Dranzubleiben. Und den wirst du haben, wenn es DEIN Weg ist. Wenn du das wirklich willst.

 

Und weißt du, was die Alternativen sind, wenn du an einer ungeliebten Situation nichts änderst?

  • Du machst dich selbst zum Opfer.
     
  • Du verbringst deine Zeit mit Selbstmitleid und Jammern.
     
  • Du bist gefrustet und gibst anderen die Schuld an deinem Dilemma.
     
  • Du versuchst dich abzulenken, nur um nicht über dein tristes Dasein nachzudenken.

 

Möchtest du das? Oder lässt du dich auf das Abenteuer selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben ein?

Kommst du alleine nicht zurecht? Dann hole dir Unterstützung und Inspiration. Hol' dir HIER meinen wöchentlichen Newsletter für mutige Frauen.


Wer bloggt hier eigentlich?

Ich bin Monika Rörig. Ich zeige Frauen wie sie selbstbewusst und mit Freude "ihr Ding" machen und dabei soweit gehen, wie sie es möchten. Beruflich und privat. Dabei begleite ich sie.

Mein Motto?

Mach' dein Ding! - Dafür ist es nie zu spät!

Noch mehr Infos gefällig?

www.fokuswerkstatt.de oder unter:

Fotoquelle:
Unsplash, Patrick Mc Manaman (Tolland, United States)