Was würdest du machen, wenn du wüsstest, dass du scheitern kannst?

Am Wochenende ist mir ein Buch von Elizabeth Gilbert in die Hände gefallen. Die Autorin stellt darin die Frage: „Was würdest du machen, wenn du wüsstest, dass du sehr wohl scheitern kannst?“

Erst dachte ich, ich hätte mich verlesen. Klassischerweise wird doch danach gefragt, was du machen würdest, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst. Aber nein, Elizabeth Gilbert stellt die Frage ohne das kleine Wörtchen „nicht“.
Ich frage dich jetzt: „Was würdest du machen, wenn du wüsstest, dass du sehr wohl scheitern kannst?“

Nimm‘ dir ruhig Zeit mit der Beantwortung der Frage, denn sie hat’s in sich.

Was würdest du tun?

Stell' dir vor, du hast diese eine Idee. Dein Ding, das du gerne durchziehen möchtest.
Würdest du gar nicht starten, dein Ding zu machen, weil du scheitern könntest?
Würdest du dein Vorhaben nach hinten verschieben, weil du noch nicht so weit bist?
Würdest du auf das göttliche Zeichen warten, das dir anzeigt, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist?
Würdest du warten, bis dir dein Umfeld die Erlaubnis gibt, es trotz des möglichen Scheiterns zu wagen?

Was, wenn es im Moment nur ein undefiniertes, dennoch belastendes Gefühl ist, dass was nicht stimmt in deinem Leben? Dieses Gefühl, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen.

Würdest du gar nicht erst anfangen, herausfinden zu wollen, was dein Ding ist?
Würdest du alles wie bisher weiterlaufen lassen, denn du könntest dich ja blamieren?
Würdest du alles wie bisher weiterlaufen lassen, denn andere könnten sich bestätigt fühlen („ich hab’s dir doch gleich gesagt“) und über dich lästern und sich über dich lustig machen?
Bereitet dir allein schon die Vorstellung ein mulmiges Gefühl?

Wie sehr möchtest du von der Meinung der anderen abhängig sein?
Wie sehr bist du von der Meinung der anderen abhängig? Sei ehrlich.

Und, was ist Scheitern für dich?
Verlierst du dein Gesicht?
Geht die Welt unter?
Oder geht es um dein Ego?

Scheitern klingt ziemlich dramatisch, finde ich. Deswegen stelle ich die ursprüngliche Frage um:
„Was würdest du machen, wenn du wüsstest, dass dein Plan nicht gleich im ersten Anlauf klappt?“
Wie klingt das für dich? Besser?

Wenn du dir die Biographien berühmter Persönlichkeiten vornimmst, dann wirst du feststellen, dass sie alle eines gemeinsam: das Scheitern bzw. das einkalkulierte Risiko, dass auch ein Scheitern im Bereich des Möglichen liegt. Der kleine Unterschied ist, dass diese Menschen trotzdem weitergemacht haben. Weil sie wussten, dass es die Sache wert ist. Weil sie daran geglaubt haben. Weil sie an sich geglaubt haben. Und weil da dieser innere Wunsch ist, es trotz allem zu versuchen.

Wie oft lässt du dich vom möglichen Scheitern abhalten? Kennst du diesen inneren Dialog, wenn du dir überlegst, was gewesen wäre, wenn … du dieses und jenes gemacht hättest?

Ich kenne diesen Dialog sehr gut, denn ich habe in meinem Leben schon ein paar Chancen vorbeiziehen lassen. Aus Angst, aus Trägheit, aus falscher Eitelkeit.
Bis zu dem Tag, an dem ich eine Sache kapiert habe: Dein Leben vergibt keine Garantiescheine! – Weder für ein langes Leben, noch für einen sicheren Arbeitsplatz, noch für die ewige Liebe, noch für sonst irgendetwas! Es gibt k e i n e Garantie.

Vielleicht denkst du jetzt: Jaja, alles schön und gut. Aber was, wenn ich krank bin, dann ist das Leben nun mal sch….
Vor ein paar Wochen habe ich eine junge Frau kennengelernt, die Krebs hat und gerade den letzten Chemozyklus hinter sich hatte. Weißt du was? Ich habe selten so viel LebensMUT und LebensFREUDE erlebt. Das hat mich tief beeindruckt.

Es liegt schon an dir, was du aus deinem Leben machst. Es liegt an dir, wie du zu deinem Leben stehst.
Oder, um es in den Worten von Thornton Wilder zu sagen:


 „Man muss das Leben lieben um es zu leben, und das Leben leben, um es zu lieben.

Also bitte, Lebe dein Leben. Liebe dein Leben. Und ..... Mach' dein Ding! - Dafür ist es nie zu spät.

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Wer bloggt hier?

Monika Rörig

Ich bin Monika Rörig und Coach für mutige Frauen (und solche die's werden wollen). Ich liebe es, Frauen zu zeigen, wie sie selbstbewusst und mit Freude Ihr Ding machen können un dabei soweit gehen, wie sie es möchten. Und dabei begleite ich sie. Beruflich und privat.

Auf meiner Website www.fokuswerkstatt.de erfährst du mehr über mich.

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