Leider nein. Leider gar nicht.

"Leider nein! Leider gar nicht!", das steht in großen weißen Lettern auf einer pinkfarbenen Gratis-Postkarte, die ich kürzlich in einer Kneipe mitgenommen habe.

Warum habe ich mir diese Postkarte ausgesucht? Was hat mich daran angezogen? Was hat der Spruch in mir getriggert?

Vielleicht, weil Nein sagen bei vielen ein Thema ist? Wir wissen alle, dass es notwendig ist, sich abzugrenzen und nicht immer Ja zu sagen. Trotzdem stolpern viele über dieses kleine, doch mächtige Wörtchen "Nein". Ich auch.

Nein sagen bedeutet Stellung beziehen und dazu stehen

Nein sagen hat was sehr Verbindliches. Du hast eine eindeutige Entscheidung getroffen. Du stehst dazu. Das erfordert Selbstbewusstsein. Das heißt auch, dass du in dieser Hinsicht genau weißt, was du willst und was du nicht willst.
Denn, Nein zu etwas sagen heißt im Umkehrschluss, Ja zu etwas anderem zu sagen.

Eine klare Ansage spart Zeit & Energie

Wenn ich auf eine Frage eine klare Antwort möchte, dann lautet diese entweder Ja oder Nein. Dazwischen gibt es nichts. Ein Vielleicht ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Das heißt allenfalls, dass ich mich nicht festlegen will und mir noch Bedenkzeit geben möchte.

Warum nicht gleich entscheiden? So weiß der Fragende sofort, woran er ist. Natürlich gibt es Situationen und Fragestellungen, die man nicht sofort mit Ja oder Nein beantworten kann oder möchte, weil man noch Informationen dazu benötigt.
Doch mal ganz ehrlich, wie oft sind wir im Alltag nicht klar in unserer Antwort, weil wir keine Stellung beziehen wollen?
Wieviel mehr an Zeit und Energie verschwenden wir mit offenen Antworten?
Wie oft hast du schon darüber gegrübelt, wie du ein Nein richtig verpacken könntest?

Bei den meisten Fragen könnten wir relativ schnell antworten. Ja oder Nein. Ganz einfach. Voraussetzung ist, zu wissen was man will, wo man hin will. Fokus!

Der Ton macht die Musik

Aus meiner Sicht kommt es immer darauf an, in welchem Tonfall ich das Nein sage. Ich kann ein Nein harsch und ruppig rüberbringen, oder sachlich und klar. "Der Ton macht die Musik", das gilt heute noch genauso wie früher.

Die Angst vor der Kränkung

Hast du manchmal Angst davor, jemanden mit deinem Nein zu kränken? Der Andere könnte vor den Kopf gestoßen sein, wenn du Nein sagst. Ja, könnte er. Doch dann ist es das Problem des Anderen, und nicht deines. Oder nicht?
Das ist egoistisch? Nein, ist es nicht. Es ist pragmatisch.

Wenn du anfängst, dir Gedanken um die Gedanken der Anderen zu machen, dann machst du den ganzen Tag nichts anderes mehr. Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Ganz im Gegenteil. Jeder ist für seine Mentalhygiene, wie ich das nenne, selbst verantwortlich.
Sehe es mal aus deiner Sicht. Wenn du dich durch ein Nein gekränkt fühlst, dann ist es an dir, herauszufinden, was genau in dir getriggert wird und warum du gekränkt bist.

Jeder ist selbst für seine Mentalhygiene verantwortlich. Die Verantwortung für deine Gedanken und Gefühle liegt bei dir. Click to tweet

Kleine Dienste erhalten die Freundschaft?

Bildquelle & Fotograf: pixabay, chezbeate

Bildquelle & Fotograf: pixabay, chezbeate

Hast du schon mal einem Freund eine Gefälligkeit getan, obwohl sich beim "Ok, ich mach's" schon alles in dir zusammengezogen hat? Kennst du das Gefühl, aus dem Verständnis, weil's ein Freund ist, etwas zu machen? Schließlich macht man das doch als guter Freund, oder? Man will den anderen doch nicht vor den Kopf stoßen. Sonst ist er noch beleidigt.Kennst du das? Ich schon.

Ich habe das mal im beruflichen Kontext gemacht. Das war zeitaufwendig, hatte nur am Rand mit meiner Tätigkeit zu tun, war nervig, wenig lukrativ und ich habe mich selten so sehr mit Selbstvorwürfen gequält. Alles in allem eine immense Zeit- und vor allem Energieverschwendung! Doch kein Schaden ohne Nutzen. Für mich war dies eine sehr heilsame Lernerfahrung.

Nein sagen. Auch bei Freunden.

Immer ein Hintertürchen offen halten

Kennst du das auch, dass du dir manchmal ein Hintertürchen offen halten willst? Statt Ja oder Nein zu sagen möchtest du am liebsten „Nein, im Moment nicht, aber…“ sagen? Machst du das? Es ist die Angst vor der Konsequenz. Was hat das Nein für eine Konsequenz? Was wenn du das Nein bereust? Ja, was dann? Lieber ein klares Nein, als ein „Wischi-Waschi“.

Vordergründig ist„Nein, im Moment nicht, aber…“  die schnellere, einfachere Variante. Aber sie ist es nicht. Entscheide dich für ein Ja oder Nein, dann ist die Sache klar geregelt. Alles andere kostet deine Zeit und deine Energie, wie im vorherigen Punkt schon beschrieben.

Nein sagen kannst du üben

Es gibt jeden Tag unzählige Möglichkeiten, das Nein sagen zu üben. Das geht im Restaurant beim Bestellen los (nehme ich die Lasagne oder den Lachs?) und hört bei der Abendgestaltung auf. Mal ehrlich, wie oft schaust du pro Woche fern? Und wie oft machst du das aus Gewohnheit, weil du glaubst, das würde dich entspannen? Wie oft machst du ganz bewusst den Fernseher an, weil eine Reportage kommt, die du wirklich sehen willst?

Hast du Kinder? Ich habe zwei. Bei meinen Kindern fällt mir das Nein sagen leicht. Es fällt mir leicht, Nein zu 'noch mehr Süssigkeiten' zu sagen, Nein zum 'spät aufbleiben' und Nein zu 'ohne Zähneputzen ins Bett'. Warum fällt mir das Nein leicht? Weil ich die Verantwortung für meine Kinder und deren Gesundheit habe. Weil mir deren Wohl am Herzen liegt, weil ich die Konsequenzen abschätzen kann.

Dein Wohl sollte dir auch am Herzen liegen. Lerne nein zu sagen und grenze dich öfter ab.

Täglich dranbleiben

Täglich hast du viele Situationen, in denen du dich bewusst für oder gegen etwas entscheiden kannst. Fange an zu Üben. Werde dir bewusst, was du willst und was nicht. Was dir gut tut und was nur deine Zeit und Energie frisst.

Wie ist es bei dir? Fällt dir Nein sagen leicht? Teile doch deine Erfahrungen mit uns.

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Wer bloggt hier?

Mein Name ist Monika Rörig und ich bin Coach für mutige Frauen.

Mit Begeisterung zeige ich Frauen, dass es möglich ist, selbstbewusst und mit Freude das eigene Ding! zu machen und dabei genau so weit zu gehen, wie sie es möchten.
Beruflich und privat. Dabei begleite ich sie.

Mach‘ dein Ding!

Das ist mein Motto. Und dafür ist es nie zu spät.